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Lichtjunkie
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 Ich sitze mit weit aufgerissenen Augen auf dem Stuhl. Augen, die aber doch nichts wahrnehmen. Ach, würde ich in derselben Sekunde erblinden, merkte ich es nicht. Zu sehr treibe ich alleine auf den Bildern, die in meinem Kopf zusammengesetzt werden. Bilder von fuchsbraunen Mittelmeer-Palmen, deren Blätter ausholend in einer federleichten Dezember-Brise tanzen. Da: ein Vogel, der über meinem Kopf, in der Freiheit seiner Einzigartigkeit, euphorisch der warmen Sonne entgegenrast. Bilder. Bedächtige Flut. Erleichternd zusammenhangslos.
Ich.
Ich schließe meine Augen um sie dort aufzubewahren. Selbstbestimmte Blindheit, die nicht Ausbleiben von Licht, vielmehr die Sucht danach ist.
Lichtjunkie.
Bilder. Kein Geräusch. Kein Geruch. Bilder. Aus den Farben meiner Stille gemalt. Bilder. So viele. Und alles meine. Bilder.
Die sich entwickeln. In der Lösung des Tages. Fixiert in seiner noch so jungen Vollkommenheit. Niemals besessen erwachsen. Bilder. Im Rhythmus meiner tanzenden Euphorie.
Irgendwie. Irgendwann schraube ich den Körper der Bilder hoch und kann elektrische Ströme in meinen Nervenbahnen spüren die nach unten in meine Beine kriechen und mich vorwärts treiben.
Um die Ecke. Durch die Halle. Richtung Ausgang.
Den schreienden, französischen Kindern entgegen. Ich kann nicht verstehen, was sie aus ihrer in meine Welt hinausbrüllen. Nur ihr bejahendes, tosendes Lachen lässt mich wissen, dass du auch das sein wirst. Jedes mal. Kurz bevor ich, der Lichtjunkie, sich den goldenen Schuss setzen will.

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